Schlichte Blume

Bloody Memories Part 3 - Save me


Chapter 1 - Unverhofft kommt oft


In Los Angeles herrschte eine Hitze zu dieser Jahreszeit wie schon lange nicht mehr. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel und um die Mittagshitze traute sich kaum noch jemand auf die Straße, es sei denn die Touristen die am nächsten Tag den Sonnenbrand ihres Lebens hatten. Jeder war froh wenn endlich die Sonne unterging und die Nacht kam, die wenigstens etwas Linderung brachte.


Die Kneipe "Lagoona" war auch an diesem Abend rappelvoll gewesen und Samantha war heilfroh, das sie nun Feierabend hatte. Ihre Beine und Füße fühlten sich wie an wie eine einzige große Blase. Sie wollte nur noch unter eine eiskalte Dusche und dann ins Bett. Jack war mit ein paar Freunden unterwegs und das war ihr auch grad ganz lieb so. Es war deren Männerabend und wenn sie "sturmfreie" Bude hatte konnte sie endlich die Talkshows schauen, die sie sich aufnahm. Nur, das diese Nacht ihr Leben erneut völlig auf den Kopf gestellt werden sollte, davon ahnte sie noch nichts. Für sie war es eine Nacht wie jede andere auch.


Sie warf die Schuhe einfach unter den Couchtisch und ließ sich aufs Sofa fallen, genoss einfach nur die Stille, bevor sie die Musikanlage anmachte und in die Küche ging. Ihr knurrte der Magen schon eine ganze Weile. Etwas stimmte nicht, das spürte sie schon als sie dir Küchentür öffnete. Das Fenster stand offen, sie hörte die Brandung des Meeres. Als sie das Licht anmachte sah sie auch das Blut auf der Arbeitsfläche. Erst dann fiel ihr der Schatten auf, der auf ihrer Terrasse stand, unbeweglich und aufs Meer sah. Dunkel gekleidet, groß. "Hey bei uns gibts nichts zu holen, verzieh dich oder soll ich ....." wütend ging sie auf die Terrasse, sich sicher das es jemand war, den sie dabei erwischt hatte, der ihr Haus ausrauben wollte. Doch als sie erkannte wer es war, verschlug es ihr die Sprache. Er sagte nichts, stand einfach nur da. Kein Stück hatte er sich verändert vom Aussehen, aber etwas stimmte nicht, das merkte sie sofort. Als hätte er sie erst jetzt bemerkt, drehte er sich um, sah sie stumm an. Sie sah das Blut auf seiner Kleidung. "Deines?" fragte sie. Er schüttelte nur den Kopf. Sie sah ihn einfach nur an. Es tat so gut ihn zu sehen, zu wissen das er lebte, aber es war alles andere als gut das er sie so anschwieg. "Albert, was ist los? Was willst du hier? Ich dachte ich hätte dein Wort." sie ging zu ihrem Bruder, legte die Hand auf seinen Rücken und spürte warmes Blut, Scherben und auch wie er zitterte. Noch immer schwieg er, nahm seine Sonnenbrille ab und ließ den Blick in seine Augen zu. Sie sah den Schmerz und die Trauer, aber verstand immer noch nicht was er hier wollte. "Wenn du nicht mit mir sprichst, dann weiß ich nicht was ich für dich tun kann. Ich weiß nur, ohne Grund kommst du nicht her. Hey!" sie wollte noch mehr sagen, aber plötzlich nahm er sie in seine Arme, presste sie an sich. Sie verstand rein gar nichts mehr. Das war nie seine Art gewesen. "Komm schon, beruhige dich. Lass uns reingehen und rede endlich mit mir." versuchte sie endlich etwas aus ihm heraus zu bekommen.


"Hier, trink was. Du bist ja völlig blass. Was ist los?" sie stellte ihm die Tasse Tee hin. Er saß nun auf ihrem Sofa, starrte ins Leere. Plötzlich sah er sie an: "Ich wusste nicht wo ich hin sollte." "Na endlich. Ich dachte das geht jetzt noch länger so. Du bist voller Blut, hast Glassplitter im Rücken und tauchst mitten in der Nacht bei mir auf. Was ist passiert Bruderherz?" lächelte sie. "Nenn mich nicht so, ja?" fuhr er sie an, verzog vor Schmerz das Gesicht als er seinen Rücken bewegte. "Zieh die Jacke und das Oberteil aus. Ich hol dir erstmal das Glas aus dem Körper." verwirrt holte sie das Erste Hilfe Set aus dem Schrank und setzte sich zu ihm. Er tat worum sie ihn gebeten hatte. "Tut mir leid. Ich bin etwas durch den Wind." meinte er leise. "Ich seh es. Albert, was immer es ist. Red mit mir." vorsichtig holte sie die Splitter aus den Wunden, verwundert darüber das es buntes Glas war und wie schnell seine Wunden heilten. "Mein ganzes Leben war eine einzige Lüge. Ich habe heute Dinge erfahren ... Verzeih mir, ich kann nicht." er hielt die Hände vors Gesicht. "Schon gut. Ich bin für Dich da, wenn du reden willst, dann bin ich da. Aber mehr erwarte bitte nicht von mir. Meine Tage als Soldatin sind vorbei." bat sie. Er stand auf und schaute die Fotos an, die sie aufgestellt hatte. Das Letzte nahm er in die Hand. Es zeigte sie und ihn vor vielen Jahren. Das einzige Bild das sie von ihm besaß. "Das hast du noch?" lächelnd sah er es an. "Natürlich. Egal was auch immer passiert ist, du bist ein Teil meines Lebens, wir hatten auch schöne Zeiten. Egal wie kalt du zu mir warst, ich habe dich immer wie einen großen Bruder geliebt." sie kam ihm nah. "Du hättest etwas besseres verdient gehabt." meinte er nur leise. "Hör schon auf. Was ist heute Nacht passiert, das es dich so quält?" sie legte wieder die Hand in seinen Rücken. "Ich bin manipuliert worden. Mein ganzes Leben lang. Umbrella hat mich manipuliert, alles war so geplant gewesen. Ich bin ein verdammtes Projekt.",seine Stimme zitterte, "Nichts war Wahrheit, kein Zufall. Ich versteh inzwischen besser, wie du dich fühlst. Erst jetzt versteh ich, was ich dir angetan habe." "Projekt, Manipuliert, Albert, das ist grad etwas viel für mich." sie war völlig verwirrt. "Mir gehst nicht anders. ... Ich will es zu Ende bringen und hatte gehofft du kommst mit mir." er sah sie offen an. "Hör mir jetzt gut zu. Ich sag es jetzt zum letzten Mal. Nein Albert. Ich habe endlich ein normales Leben, meine Ruhe gefunden. Vielleicht wäre es auch das beste für dich. Ob dus zugeben willst oder nicht, du bist auch nicht mehr der Jüngste. Es wird Zeit ein Ende zu finden. Du kannst nicht ewig diesen Hass mit dir rumschleppen. Zieh dich zurück, such dir ein ruhiges zu Hause und leb endlich." ihr Versuch ging nach hinten los. Er sah sie fragend an: "Das meinst du jetzt nicht ernst, oder? Schau mich an Sam. Meinst du ... ausgerechnet ich? Entweder ich sterbe in einem Kampf oder irgendwie anders, aber nicht als Rentner irgendwo in einer Blockhütte in den Wäldern Kanadas." Seine Stimme tropfte vor Sarkasmus. Sam seufzte. Sie gab es auf. So sehr es sie schmerzte, sie würde ihn verlieren. Sie wusste genau was ihn trieb, nicht nur das, was heute Nacht ihm geschehen war. Chris Redfield. Wie oft hatte sie den Namen von ihm gehört? Irgendwann hatte sie aufgehört zu zählen. "Erinnerst du dich was ich dir damals sagte?" sie wandte ihm den Rücken zu, ging zu einem der Schränke. "Was meinst du?" sie spürte, wie er zu ihr kam. Es widerstrebte ihr, sie wollte es nicht tun, aber ihr blieb keine Wahl. "Redfield und Valentine waren vor 2 Wochen bei mir, weiß Gott woher sie wussten wo ich bin, selbst Leon wusste nichts. Und sie fragten mich aus, über dich, erzählten mir etwas von Biologischer Kriegsführung in Afrika. Ich bin nicht dumm Albert, ich kann eins und eins zusammen zählen. Du hast was damit zu tun.", sie fasste in den Schrank, "Ich gebe dir 5 Sekunden, dann packst du deine Sachen und verschwindest." Sie fuhr herum, lud dabei die 9mm Baretta durch und zielte auf ihn. Was dann kam, damit hatte sie nicht gerechnet. Wie aus dem Nichts stand er plötzlich vor ihr, packte ihren Arm, verdrehte ihn. Die Waffe fiel zu Boden. Heißer Schmerz fuhr hoch bis in ihre Schulter. "Ich will dir nicht weh tun müssen, aber ich tus wenn du mich dazu zwingst. Was wollten die beiden wissen?" unbarmherzig hielt er ihren Arm fest im Griff.


Zu solchen Mitteln hatte er nicht greifen wollen. Wenn sie doch einfach nur die Waffe dort gelassen hätte wo sie war, dann ... innerlich seufzte er. Egal wie er es drehte, letztendlich wäre es soweit gekommen. Sie war so berechenbar. Sie schwieg, sah ihn nur so hasserfüllt an, das es ihm weh tat. Er wich ihrem Blick aus, drückte ihren Arm etwas höher. "Komm schon, ich will dir nicht die Knochen brechen." dachte er. Dieser kurzer Moment reichte. Er war unaufmerksam, abgelenkt und bevor er sich versah, durchfuhr ihn ein Schmerz, der ihn nach Luft schnappen ließ.


"Schlampig, einfach nur schlampig. Du bist auch nur ein Mann." sie ließ das Knie sinken, befreite ihren Arm und hielt ihren Bruder fest, das er nicht zusammen sackte. "Verdammte..." flüsterte er. "Na na na, nicht in diesem Ton. Also hatte Chris recht. Seit wann nutzt du deine Mutation so stark? Rede einfach oder du machst erneut Bekanntschaft mit meinem Knie. Ach ja, du hast doch nicht ernsthaft geglaubt das ich auf dich schieße. Wollte dich nur herausfordern um zu sehen ob Chris recht hatte." sie hatte es nicht tun wollen, aber das war der einzige Weg gewesen das er ihr die Wahrheit zeigte. Albert sagte nichts. Sie schaute kurz auf die Wanduhr. Halb fünf. Jack würde heute Nacht nicht nach Hause kommen. "Hör zu, das bringt alles nichts. Wir gehen immer wieder auf einander los. Du bist am Ende und ich auch. Bevor wir uns noch gegenseitig die Kehle aufschlitzen, bleib hier, schlaf ein paar Stunden. Du bist hier sicher, ich werde dich schon nicht an irgendwen verraten, das weißt du. Wenn die Sonne aufgegangen ist, sieht die ganze Sache schon anders aus." sie war so müde, so unendlich müde. Sie wollte diese Auseinandersetzung nicht. Der Tag war einfach zu lang gewesen. Und sie war den ewigen Kampf so leid. Er war ihr Bruder, das letzte Puzzlestück zu ihrer Vergangenheit. Als er sie völlig entgeistert ansah, musste sie lachen. 'Wie in alten Zeiten' schoss ihr durch den Kopf. "Komm schon, was hast du zu verlieren?" lachte sie. "Dich." war alles was er sagte. "Und genau das wird niemals geschehen. Ich verspreche dir, ich bin immer für dich da. Begreif das endlich du Dummkopf." sie gab ihm eine gespielte Ohrfeige. Endlich huschte ein Lächeln über sein Gesicht.


Wach lag sie im Bett, starrte an die Decke, dachte einfach nach. 2 Stunden hatte sie noch einfach da gesessen, stumm gegenüber. Doch die Stille hatte mehr gesagt als tausend Worte. Er hatte Angst. Nicht Angst um sich oder sein Leben, nein, um sie. Was aus ihr werden würde. Er wolle es zu Ende bringen .... sie erschauderte bei dem Gedanken. Was hatte er vor? Sein eigenes Leben oder was? Ausgerechnet er? Ein unsinniger Gedanke an dem sie nicht lange hängen blieb. Dafür war er viel zu stolz, wenn nicht sogar ein wenig arrogant. Sie wurde nicht schlau aus seinen Worten. Letztendlich war er bei ihr geblieben, hatte sich überreden lassen sich wenigstens etwas auszuruhen. Er schlief nicht, da war sie sich mehr als sicher. Damals hatte sie das oft erlebt. Das er stundenlang einfach an Decke starren konnte und einfach nachdachte, genau wie sie so manches Mal. Vielleicht war es etwas was sie beide von ihren beider Vater hatten. So in Gedanken versunken bemerkte Sam gar nicht, wie ihr langsam die Augen zufielen und sie in einen unruhigen Schlaf fiel.


Unbarmherzig fiebte der Wecker neben ihr, riss sie aus ihren Träumen. "Scheiße." murmelte sie ins Kissen, schlug nach dem Wecker, den sie seltsamer Weise tatsächlich traf und vom Nachttisch fegte. Mit einem lauten Knall krachte dieser auf den Fliesenboden. "Vergiss doch nicht immer deinen Wecker aus zu machen." schalt sie sich selbst, rieb sich die Augen und stand auf. Nach einer kurzen Dusche zog sie sich an und ging hinunter. "Du bist ja immer noch da?" verwundert sah sie ihren Bruder an, der auf der Terrasse stand und aufs Meer sah. "Ja. Warum fragst du?" fragte er nur. "Hatte erwartet das du klammheimlich verschwindest. Auch n Kaffee?" gähnend wankte sie zur Kaffeemaschine. "Nein danke. Ich wollte warten bis du aufstehst um Lebewohl zu sagen." er kam zu ihr. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Lebewohl? Was zur Hölle hatte er vor. "Bitte? Lebewohl? Ich kenne dich, du tauchst hier wieder auf. Also mach hier nicht einen auf Melodramatisch." sie drehte sich zu ihm um, erschreckt darüber das er plötzlich vor ihr stand. "Ich habe dir einige Dinge auf deinen Laptop hinterlassen, falls du dirs nochmal überlegst. Ansonsten wird es wohl das letzte Treffen von uns sein. Mach es gut meine Kleine." er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und ging einfach. "Albert! Hey! Verdammt ich red mit dir! Albert! Was für ein Sturrkopf!" schimpfte sie drauflos. Eigentlich wollte sie ihm hinterher, war sich aber mehr als bewusst, dass das nichts bringen würde. So ließ sie ihn einfach gehen.


Noch immer kämpfte er mit sich selbst, hatte gehofft das es ihm nicht so schwer fallen würde. Doch genau das tat es ihm. Sie war ein Kapitel das er abschließen wollte und doch .... Er hoffte einfach nur das sie seine Botschaft auf ihrem Laptop verstand. Sie war nicht dumm, das wusste er. Einfacher wäre natürlich gewesen wenn sie mit ihm gekommen wäre. Er lachte in sich hinein. Nein, das war nicht die Samantha die er kannte. Jetzt konnte er sich nur auf ihre Hartnäckigkeit verlassen, denn auf diese war immer Verlass gewesen. "Komm schon Kleine. Lass mich nicht hängen." flüsterte er.


"Ähm, warum stehen da Koffer im Flur? Hab ich was verpasst? Wo willst du hin?" Als Jack nach Hause kam fiel er beinahe über drei gepackte Taschen. Noch immer hatte er einen gewaltigen Kater. Definitiv hatte er zu tief ins Glas geschaut. "Guten Morgen Schnapsleiche. Was hälst du von nem Urlaub?" sie kam die Treppe herunter, stellte schnaufend eine Tasche dazu. "Urlaub? Jetzt? Bist du betrunken oder ich?" ungläubig sah er sie an. "Nein, ich bin nüchtern. Bitte Jack, stell keine Fragen. Glaub mir, ich habe meine Gründe, gute Gründe." sie wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Okay, um was gehts? Schon wieder dein Bruder? Lass Wesker endlich aus unserem Leben raus. Das liegt hinter uns!" er hielt sie am Arm fest. Er konnte es nicht fassen. Ging das nun schon wieder los. Doch als er in ihre Auge sah, merkte er wie entschlossen sie war. Es hatte keinen Sinn mit ihr zu diskutieren. "Du weisst nicht worum es geht. Es ist mir wichtig Jack. Sehr sogar." sie sah ihn flehend an. Er seufzte und gab sich geschlagen: "Okay, wo gehts hin?" "Afrika. Also pack Sonnenöl ein Schatz." sie umarmte ihn kurz. Diese Frau würde ihn noch in den Wahnsinn treiben, aber er liebte sie. Sie hatten schon soviele Dinge zusammen durchgestanden wenn er an Spanien dachte. Egal was sie nun vorhatte, er würde sie nicht allein lassen.


"Hey! Schön dich zu sehen Sam! Und das ist dein Mann? Moment,.... Jack, richtig? Freut mich." Chris Redfield grinste sie an als sie zu ihm kamen. "Hi Chris. Ja, das ist Jack. Man, vor der Hitze hättest du mich mal warnen können." sie setzte die Sonnenbrille auf. Erst jetzt fiel Chris auf, welche Ähnlichkeit sie mit Wesker hatte. Das noch niemandem aufgefallen war, war ihm ein Rätzel. Sie hatte sich das Haar blondiert. Die Farbe stand ihr, aber es hinterließ bei ihrem Anblick bei ihm ein seltsames Gefühl in der Magengrube. "Er ist tot! Hör auf. Sie ist hier um dir zu helfen. Schnall das Chris!" hämmerte es in seinem Kopf. Er schüttelte den Gedanken ab. "Ich hoffe du hast viel Sonnencreme dabei. Hab schon 2 mal Sonnenbrand durch." lachte er. Ein gespieltes Lachen, aber entweder bemerkte sie es nicht und kaufte es ihm aus reiner Höflichkeit ab. Vor einer Woche hatte sie ihn angerufen, gefragt ob er noch Hilfe benötigte. Eine seltsame Sache, denn eigentlich hatte er nicht erwartet das sie sich tatsächlich bei ihm meldete. "Wer macht sich Sorgen um Sonnenbrand? Mir machen andere Dinge Sorge. Du jagst hier Biowaffenhändler?" Jack meldete sich zu Wort. Chris hatte nur von ihm gehört, es war das erste Mal das er ihm gegenüberstand. Nun verstand er auch was Leon ihm über ihn erzählt hatte. Reizen wollte er ihn auf keinen Fall. Er gehörte zu der Sorte Männern, die er lieber nicht zum Feind haben wollte. "Scheint wieder in Mode zu kommen. Spaß beiseite. Seit dem Raccoonzwischenfall wird es immer schlimmer. Wir sind hier nur hinter einem her, aber das reicht. Ich gebe dir nachher die Files über den Kerl." ,Chris nahm die Tasche die ihm Sam gab, "Wir haben auch Ausrüstung hier." Das Gewicht machte ihn stutzig. "Schon, aber ich liebe nunmal meine Waffen. Da weiss ich das sie keine Aussetzer haben." grinste Jack.


Sie merkte schnell das irgendwas mit Chris nicht stimmte. Irgendetwas schwebte über ihm wie ein grauer Schleier. Auch das sie Jill bisher noch nicht gesehen hatte gab ihr zu denken. "Wo hast du Jill gelassen?" fragte sie geradeheraus und bereute sofort das sie das Thema überhaupt angeschnitten hatte. Er sagte nichts darauf aber sein scharfer Blick ohrfeigten sie geradezu. "Nein oder? Du scherzt" ungläubig blieb sie stehen. "Ich wünschte es wäre so. Wesker hat sie mit sich in den Tod gerissen. Ihre Leiche wurde nicht gefunden, aber ... ich will nicht darüber reden, okay?" er wandte sich ab. Sam bekam eine Gänsehaut. Albert Tod? So ein Unsinn. Vor gut 2 Wochen hatte sie ihn doch noch gesehen. Aber etwas dämmerte ihr langsam. Der Tag als er bei ihr auftauchte, seine Verletzungen, das Blut an ihm. Er hatte ihr also nicht ansatzweise alles erzählt. "In was reisst du mich nun schon wieder mit hinein?" seufzte sie leise. "Hast du was gesagt?" Jack legte den Arm um sie. "Nein, nur so ein Gedanke. Lass uns zusehen wie wir Chris helfen können." sie lehnte den Kopf an seine Schulter.


Chapter 2 - In die schwarze Hölle


"Ricardo Irving. Die BSAA ist schon ne Weile an ihm dran. Da soll eine Übergabe in Kijuju stattfinden. Ein Dorf etwas abseits der Hauptbesiedlung. Da ist ne Menge los, also erwartet Schwierigkeiten." Chris gab ihr die Akte. Es war noch recht früh und so hielt sich die Hitze in Grenzen. Mitten im Herzen Afrikas. Ein Traum für eine Abenteurreisende wie sie, wenn nur die Umstände anders gewesen wären. Seufzend schlug sie die Akte auf. Ein schmächtiger Kerl, hager und unscheinbar. soetwas in der Art hatte sie erwartet. Es war ja nicht so das solche Menschen den Satz "Ich verticke Biowaffen! Rufen sie mich unter der Telefonnummer bla bla bla an!" auf die Stirn tätowiert hatten. Meist waren es eher die Unscheinbaren. In ihrer Umbrella Zeit hatte sie viel mit solchen Leuten zu tun gehabt. Mehr als ihr lieb waren, aber sie machten ihren Job und mehr wusste sie nicht. Innerlich lachte sie wenn sie daran dachte wie naiv sie damals gewesen war. "Erwarten wir viel Widerstand?" sie lud ihre Baretta durch, steckte das Laservisier auf. "Mit den alten Dingern arbeitest du noch?" Chris sah sie ungläubig an. "Das Schätzchen ist 15 Jahre alt und sie schießt wie am ersten Tag. Warum auswechseln was einem immer den Arsch gerettet hat? Ich hänge daran. Ich hab die von meinem Bruder. Und das hier", sie zog ein Messer aus der Tasche, "hab ich von meinem Mann, mehr brauch ich nicht." Sie checkte die Klinge. 20cm tödlicher Stahl, beidseitig geschliffen, ein Black Bear Classic von Cold Steel. Über den Preis wollte sie nicht nachdenken. Sie schob es wieder ins Holster und befestigte es an der Schulter. "Sicher? Ich könnte dir ne Shotgun anbieten." er hielt ihr die Waffe hin. Sam lächelte, hob ihre Arme verschränkt vor die Brust, ließ kurz ihrer Mutation freien Lauf und die Klingen auf ihrem rechten Unterarm schießen: "Noch Fragen?" "Lass den Mist wenn ich daneben stehe. Gibt immer ne Sauerei." Jack wischte sich ihr Blut vom Arm. "Ihr geht ja ruhig damit um. Ich würd einen an der Murmel kriegen. Zurück zur Hauptsache. Wir treffen uns hier. Kurz hinter dem Dorfeingang. Ihr kommt besser rein, wenn ich nicht dabei bin. Man kennt mich inzwischen hier." er legte den Kompass auf die Karte und zeigte ihnen den Treffpunkt. "Okay, T minus 2 Stunden. Auf gehts, und Chris?" sie musste einfach sagen. "Ja?" er sah ihr nicht einmal in die Augen. "Sei vorsichtig." meinte sie ruhig.


Irgendetwas brodelte hier, das spürte sie förmlich. Die Menschen hier schickten ihnen Blicke, die es ihr eiskalt den Rücken runter liefen ließen. Die Verhältnisse in denen sie lebten waren Katastrophal. Blechhütten, zusammengeschustert aus allem möglichen, Wellblech, Holzlatten, selbst Pappkartons. Hier hatten Waffenhändler beste Aussichten auf Geschäfte. Die Wut brodelte hier, das spürte sie. Es war ein Slum, ein Elendsviertel. Die Leute würden alles tun um ein besseres Leben zu bekommen, selbst wenn sie es sich mit Waffengewalt nehmen mussten. Sie hatten eh nichts zu verlieren. Und ihr Leben, das war ihnen Nichts wert. Sie hatte gesehen wie einige junge Kerle einen der ihren verprügelt hatten. Warum wusste sie nicht, aber ihre ganze Art sagte schon 'Misch dich ja nicht ein!'.


"Bis du dir immer noch sicher hiermit?" Jack riss sie aus den Gedanken. "Ja, so sicher wie noch nie zuvor. Danke das du mit mir gekommen bist." sie wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie trug schon dünne Kleidung. Ein einfaches schwarzes Tanktop, eine helle Cargohose und einfache Armiestoffstiefel. Ihr langes blondes Haar hatte sie einfach hoch an ihrem Hinterkopf zusammen gebunden. Jack trug fast die selben Sachen wie damals in Spanien, nur die Tarnhose war diesmal hell. Er kam zu ihr, nahm sie in den Arm: "Du glaubst doch nicht das ich dich nochmal allein lasse?" Trotz der Hitze erwiderte sie seine Zärtlichkeit, lehnte den Kopf an seine Brust. "Das habe ich nie zu behaupten versucht. Ich liebe dich Jack." sie zog ihn sanft zu sich herunter, küsste ihn. Für Zweisamkeit war trotz ihres "normalen" Lebens in den letzten Wochen wenig Zeit geblieben. Mit Leichtigkeit hob er sie hoch und setzte sie auf einen Tisch. Seine Küsse wurden leidenschaftlicher, zudringlicher. sie drückte ihn etwas von sich. "Hier, jetzt? Bist du verrückt?" sie meinte die Frage alles andere als ernst. "Sonst hats dich nie gestört." lachte er und wollte gerade genau da weitermachen wo er aufgehört hatte. als ihrer beider Funkgerät piepte. "Scheiße." murmelte er, stellt es auf Empfang und senden. "Nicht mal fürs Notwendigste hat man Zeit. Sind auf Empfang." sie hüpfte vom Tisch. "Wir stecken in der Klemme. In einer verdammt großen Klemme." brüllt Chris ihr ins Ohr. Da hörte sie es, Schüsse und Geheule, nah, sehr nah.


Wütendes Gebrüll hinter ihr und eine dunkelhaarige Frau rannte sie um. Beide fielen zu Boden. "Hey Schätzchen, auf sowas steh ich gar nicht. Runter von mir, schnell!" Sie stieß die Frau ohne viele Fragen zu stellen von sich zur Seite mit soviel Kraft wie es nur ging, den sie sah hinter ihr etwas in der Tür, das ihr Herz rasen ließ. Reines Adrenalin schoss ihr durch die Venen. Ein Mann, ein Henker, in schwarzen Fetzen gehüllt, mit einer Art Sack über dem Kopf. Er schwang eine Axt, aber was für eine. Locker hätte er damit ein Einfamilienhaus halbieren können. Die schwang er auch, holte aus und ließ sie in ihre Richtung krachen. Im letzten Moment riss sie die Beide Auseinander. Die Klinge grub sich tief in den Boden. Sie meinte die Vibration in den Beinen zu spüren. "So nicht mein Freund." sie schwang sich rückwärts auf die Beine und zog in der Bewegung ihre Baretta und schoss. Sechs saubere Kopfschüsse und... der Kerl stand noch immer. "Was zur Hölle..." murmelte Jack, der seinerseits sein Magazin in diese Ungestalt jagte, ohne irgendeinen Erfolg. "Chris! Ich dachte dieser Irving sei ein, wie sagen die Leute, Klappspaten, das hier ist n waschechter Vorschlaghammer!" sie wich aus, das Beil rechts neben ihr in den Boden und schon sauste die Klinge erneut durch die Luft. "Hör auf zu labern! Raus hier! Hier haben wir zu wenig Bewegungsfreiheit! Jack und Sam, rechts wir gehen links raus!" Chris, der das nächste Ziel zu sein schien fiel auf die Knie, die Axt nur haarscharf über ihm in die Wand, die zusammen brach.


Kaum waren sie aus dem Gebäude, da sah sie es. Leute, die Bewohner des Viertels kamen auf sie zu, bewaffnet mit allem was ihnen sich gerade bot. Dieser Schein in ihren Augen. Sam wusste sofort was hier los war. "Plagas." nahm ihr Jack das Wort aus dem Mund. "Schon, aber anders. Irgendwas ist anders Jack. Lass uns auf der Hut bleiben." sie lud nach. Ihr Puls raste. Was zur Hölle hatte Albert hier gemacht? Sie hatte viel erwartet, sehr viel, aber das nicht. Hatte er aus Spanien nichts gelernt? Sie schob den Gedanken beiseite, hob ihre Baretta und begann wieder wie eine Soldatin zu denken. Der Henker, das erste Wort was ihr für diesen beilschwingenden Hünen einfiel, war plötzlich wieder in ihrer Nähe. Ohne große Anstrengung fegte er einige der scheinbaren Plagazombies aus dem Weg. "Gott, bist du hässlich!" entfuhr es ihr und sie hörte Jack verhalten lachen zwischen den Schüssen. Schnell sah sie sich um und da fielen ihr die Fässer auf. Benzin oder Öl nach dem Schmierfilm darauf zu urteilen. Es war eine Chance, eine kleine aber eine Chance. "Grillzeit!" grinste sie, zielte auf das Fass und schoss. Die Explosion war gewaltig, die Druckwelle war heftiger als erwartet, riss sie zu Boden. Sie schmeckte Dreck als der Druck auf ihre Lungen nachließ und sie sich auf die Beine kämpfte. Die einfachen Plagaangreifer waren tot, nur noch schwarze Asche. Sie wollte gerade ihre Waffe einstecken und Jack auf die Beine helfen als sie es wieder hörte. Dieses unheilvolle scharren auf dem Boden. Ungläubig sah sie die Gase hinunter: der Henker stand noch immer und als ob das nicht genug wäre kam er auf sie zu. "Du verdammter ..." sie wich zurück. Chris schien ihre Idee bemerkt zu haben, den sie sah ihn jetzt hinter diesem Hünen auf ein weiteres Fass zielen. "Hey du Betriebsunfall! Friss Benzin!" grinste sie bevor sie die nächste Explosion zu Boden riss. Diesmal knallte sie hart gegen eine Wand, spürte wie fast einige Rippen nachgaben und ihr Kopf nach hinten gerissen wurde während ihr Genick bedrohlich knackte. Einen winzigen Moment wurde ihr schwarz vor Augen. "Demnächst verlange ich Gefahren Zulage." knurrte sie, kämpfte sich erneut auf die Beine und erstarrte. Dieses Ungetüm lebte noch immer. "Also jetzt hört der Spaß auf." hörte sie Jack neben sich. Bevor sie realisierte was geschah, rollte etwas kleines über den Boden und dieser Henker ging in Flammen auf und kurz darauf gab es eine weitere Explosion und diesmal stand der Henker nicht wieder auf. "Handgranaten. Ich liebe diese kleinen Dinger. Davorne steht ne Kiste damit." er half ihr auf. "Los! Weg hier. Da kommen noch mehr!" hörte sie Chris über den Funk.


Chris hatte den Hubschrauber zur Hilfe geholt. Der sprengte ihnen die versperrte Tür auf und so entkamen sie der wilden Meute. "Alle in einem Stück?" Sam sah sich um. Der Raum schien für diesen Moment sicher. "Kann man so sehen. Achja, das ist Sheva." Chris wies auf die dunkelhaarige Frau. Mehr als ein freundliches Handzeichen hatte Sam gerade nicht übrig. Der Kampf hatte sie mehr als angestrengt. Sie spürte es. Der Virus wollte die Kontrolle über ihren geschwächten Körper. Sie wühlte in ihrer Tasche, fand den Injektor. "Ich hasse das." flüsterte sie, sah auf die Spritze. Sie sah harmlos aus, fast wie ein einfacher Kugelschreiber. Ihre letzte Lösung in solchen Momenten. Seufzend setzte sie es auf ihre Hüfte und jagte die chemische Keule durch ihre Muskeln. Ein kurzes Zittern und es war vorbei. Erst jetzt merkte sie das Chris sie beobachtete. "Lass dir niemals nen Virus Marke Umbrella verabreichen. Ist keine gute Idee." versuchte sie die Situation zu überspielen. "Wie lange machst du das schon? Ich meine, wie kannst du, ihr beide damit umgehen?" eine direkte Frage von Chris. Niemand hatte sie bisher so gefragt. Jack zuckte mit den Achseln. "Ich wurde nicht gefragt. Ich war ein Kind. Über 20 Jahre ist das her. Man lernt es." meinte sie nur ruhig und steckte den Injektor wieder ein. Schweigen. Es musste schwer sein für einen Außenstehenden das ganze zu verstehen, aber sie machte ihm keinen Vorwurf. Im Grunde hatte er ja recht. "Ich bekomme gerade neue Anweisungen. Wir sollen das Alpha Team suchen, da geht was seltsames vor sich." Chris wechselte das Thema. "Gut, trennen wir uns. Gibt uns nen größeren Sektor in kürzere Zeit. Wir gehen am besten nach Westen. Das Gelände", Sheva legte eine Karte aus, "ist da besser, ihr zwei nach Osten. Ist unwegsamer, aber für euch besser zu bewältigen mit euren ... Fähigkeiten." Sam hasste den Unterton in Shevas letzten Satz, aber nahm es hin. "Okay. Wir halten Funkkontakt, alle 10 Minuten hören wir was voneinander oder wir gehen vom Schlimmsten aus. Ich hab die Kennedy Akten gelesen..." begann Chris aber Jack und Sam fingen laut an zu lachen und unterbrachen ihn so. "Tschuldige Chris. Kennedy Akten. Das ist zu komisch wenn man dabei war." lachte Jack.


Unsicher stand sie auf dem Dach des Gebäudes, hielt ihr PDA in der Hand: "Also laut Shevas letzten Funkspruch müsste es hier sein. Man, immer diese neue Technik. Zu meiner Militäranfangszeit hatten wir nen Kompass." "Ja ja und die Rolling Stones waren noch in den Windeln. Sam, die bist nicht steinalt, also tu nicht so." Jack schlug eines der Dachfenster ein. Sam lachte: "Öhm, Jack?" sie drückte eines der offen stehenden Fenster auf. "Sag das doch gleich." knurrte er nur. Als sie allerdings das Obergeschoss betraten, verging ihnen beide die Lust zu scherzen. Blut an den Wänden, das Alpha Team gab es nicht mehr. Sie fanden nichts als ihre Leichen, unmenschlich entstellt. Ihnen blieb die Stimme versagt. "Was ist denn hier passiert?" entsetzt kamen Sheva und Chris zu ihnen. Sam schwieg. Ihr fiel einfach kein passender Kommentar ein zu dem Gemetzel. Sie hatte schon viel, sehr viel gesehen, aber das machte selbst sie fertig. Selbst Jack schien etwas blass zu sein. Er schüttelte nur stumm den Kopf. "Hier siehts aus wie in nem Schlachthaus!" rutschte Chris raus. "Hey, hier lebt noch einer! Und er fragt nach dir Chris." Jack, der nachgeschaut hatte ob wirklich alle tot waren, hatte einen Überlebenden gefunden. Jetzt gab ihr ein einfaches "wir reden draußen" zu verstehen.


"Gott. Was ist da passiert?" sie standen auf dem Balkon, versuchten die Fassung zurück zu gewinnen. "Ich habe keine Ahnung, aber eins schwöre ich dir. Wenn da wieder dein großer Bruder hinter steckt,... diesmal mach ich ihn kalt." Jack verschränkte die Arme vor de Brust und schenkte ihr einen bestimmten Blick. Sie lächelte, aber innerlich seufzte sie. Was sollte sie hier? Warum hatte er sie hierher gebeten? Diesen Kampf hätte er auch allein bewältigen können. "Ist dein gutes Recht. Ich werde dir nicht im Weg stehen." meinte sie leise, schaute in den blauen Himmel. Es war nur ein flattern, ein leises rascheln, aber es reichte um sie zu alarmieren. Ihre Hand wanderte zu ihrer Pistole. Jack schien es auch bemerkt zu haben, er legte den Finger auf die Lippen und zeigte aufs Dach. Sie nickte, ging ein paar Schritte, vielmehr soviel wie er enge Balkon zuließ, zurück. Sie sah aber nichts. Sie lehnte sich weiter zurück, ein wenig übe die Brüstung. Ein Fehler! Plötzlich sprang etwas oder jemand vom Dach. Der Absatz eines Stiefels streifte ihre Stirn, hinterließ eine hässliche Wunde. Ihr rutschte die 9mm aus der Hand, fiel klappernd zu Boden. Schmerz wallte auf, ließ sie zu Boden sacken. Blut lief ihr übers Gesicht und ins Auge. Sie sah nichts mehr, hörte nur Jack fluchen und einige Schüsse. "Sam? Sam, alles okay?" hörte sie plötzlich Sheva neben sich, die ihr mit einem Tuch im Gesicht herum fuchtelte. "Gib her!" sie riss ihr das Tuch aus der Hand, wischte sich das Blut aus dem Auge. Schon längst hatte der Heilungsprozess eingesetzt und die Wunde aufgehört zu bluten. "Habt ihr wen erkennen können?" fragte sie. "Irgendwer in einem komischen Mantel mit ner Maske. Konntest du mehr erkennen?" Jack packte sie unterm Arm, zog sie auf die Beine. "Nette Absätze, dann wirds duster." sarkastisch grinsend rieb sie sich die schmerzende Stirn. Sie blinzelte, die Augen tränten und sie sah nur wie durch einen Schleier, aber es wurde besser. Sie hätte allerdings schwören können, das da noch jemand war. "Ist euer Verletzter wieder auf den Beinen? Na das ging ja schnell." meinte sie deshalb ruhig. 3 Waffen wurden aus den Holstern gerissen und durch geladen, eine Tür knallte zu. "Na los, hinterher! Ich finde euch schon. Jack geh. Ich komme klar." sie hörte Shevas und Chris schnelle Schritte sich entfernen. "Ich lass dich nicht allein." Jack kniete sich neben sie, legte den Arm um ihre Schultern. "Geh bitte mit ihnen. Egal was hier passiert ist, es darf sich nicht ausbreiten. Willst du das etwa? Gib mir 5 Minuten. Ich komme nach." ihr Blick wurde klarer, sah den besorgten Blick von ihm, aber er nickte.


Der Weg war unterirdisch, feucht und kühl. Nach der Hitze draußen fröstelte sie ein wenig. Einige tote Majini lagen auf dem Weg den sie nahm, also war sie nicht ganz so falsch. Aus einer Seitengasse rannte plötzlich Chris und riss sie fast um. Er hatte Ruß im Gesicht und eine leichte Brandwunde am Arm. "Man, du freust dich aber mich zu sehen." grinste sie. "Sam! Meine Güte, ich hätte dich beinahe abgeknallt." er war völig aus der Puste. Ebenso wie Sheva und Jack die soeben aus der Gasse kamen. Auch sie waren volle Ruß udn schienen ein paar Blessuren zu haben. "Was ist denn mit euch los? Grillparty?" sie konnte sich den Spruch nicht verbeißen. Alle drei sahen sie verdutzt an und fingen an zu lachen. "Von wegen Grillparty. N komisches Vieh. Schwarze Tentakeln, schleimig, verdammt schnell. Drauf ballern? Keine Chance. Da waren son Brenner. Müllbrenner denk ich. Wir haben dem Ding Feuer unterm Hintern gemacht." hustete Jack. "Also alle wiedermal Feuer und Flamme für ihre Arbeit." diesmal kam es von Sheva. Alle Blicke gingen auf sie. "Ja was denn? Wenn ihr hier rumflachst darf ich das auch." versuchte sie sich zu entschuldigen. "Klar, aber lasst uns weiter. Dürfte nicht mehr weit sein." Chris ging vor. Sam blieb noch einen Moment stehen, wartete auf Jack. Der kam hustend zu ihr, nahm sie in seine Arme und drückte sie sanft an sich. "Was ist los mein Großer?" lächelte sie, zog ihn zu einem Kuss zu sich hinunter. Er ging ihr durchs Haar, küsste sie sanft, ließ seine Stirn an ihrer verweilen. "Erinnerungen." flüsterte er. "Ich weiss, ich weiss. Aber wir können das nicht zulassen. Wir haben beide gesehen, was in Spanien passiert ist, wie schnell sich sowas ausbreitet. Komm, lass uns das durchziehen und es ein für alle mal zu Ende bringen. Okay?" lächelte sie, wischte ihm etwas Ruß aus dem Gesicht. Er sagte nicht, nickte nur.


Die stickige Hitze war wie ein Faustschlag nach dem kühlen Gang. Sofort lief ihr wieder der Schweiß über den Rücken. Sie war hinaus gegangen. Aber irgendetwas stimmte nicht. Sie wusste nicht warum, aber ein flaues Gefühl hing ihr in der Magengegend. Dann ging alles verdammt schnell. Bevor sie wirklich reagieren konnte, hörte sie ein Geräusch hinter sich und irgendetwas krachte ihr an den Schädel. Der aufwallende Schmerz raubte ihr den Atem. Kurz spürte sie noch wie ihr das warme Blut über den Nacken lief und dann war es zu spät. Es wurde ihr schwarz vor Augen und sie ging bewusstlos zu Boden.

 

 

 

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