Schlichte Blume

Kapitel Eins:

Kristallwanderung


---Zuvor----

Die Nacht war über das Land hereingebrochen, tauchte die Berge in ein tiefes Blutrot während die Sonne unterging, so als würden sie brennen. Es war Herbst. Die Bäume verloren ihre welken Blätter und die Tiere suchten sich ihre Winterquartiere. Jedoch, über der Ebene mitten im Herzen von Myria herrschte eine unheimliche Stille. Aus den grünenden Wäldern ringsumher war nicht einmal mehr das Zwitschern der Vögel zu hören. dieser Die Ebene war einst eine blühende Wiese mit einem dichten Wald gewesen, doch von alle dem war nichts mehr zu sehen. Die Erde war verbrannt, schwarz und leblos. Die letzten Überreste der Zivilisation, die hier einst lebte, war eine Ruine eines Tempels. Genau dorthin teleportierte sie sich, eine junge Frau aus einem der umliegenden Ländereien. Ohne einen Laut von sich zu geben sah sie sich um. Ihre mit Zeichen verzierte, silberfarbene Rüstung an Armen, Beinen und Körper nahm die gespenstische Farbe der untergehenden Sonne an. Das schwere Schwert an ihrem Gürtel klirrte leise. Das lange schwarze Haar hatte sie zum Zopf gebunden, der ihr bis zu den Kniekehlen reichte. Ihr schmales Gesicht mit den wachsamen hellblauen Augen schaute in den Himmel. Ein zweites, blaues Portal öffnete sich direkt neben ihr und ein Mann mit der selben Rüstung und Bewaffnung trat hindurch. “Ich habe dich gesucht.” war alles was er sagte. Sein langes blondes Haar fiel offen über seine Schultern und bedeckte seinen Rücken. “Ich bin vor einem kleinem Augenblick hierher. Schau mich nicht so an. Ich hasse es wenn du das tust.” sie wich seinen braunen Augen aus. “Du weißt genau wie ich über die ganze Sache denke. Meine Meinung: Es ist Selbstmord.” er schloss das Portal mit einen Wink seiner Hand. “Ich weiß. Aber, haben wir eine andere Wahl Bruder?” sie zog ihr Schwert, zog kurze Schneisen in der Luft. Ihre Bewegungen hatten Eleganz von langem Training. “Ich widerspreche der Mylady nur ungern.” ein weiterer Mann erschien wie aus dem Nichts. Er trug völlig andere Kleidung als die Zwei: Weite blauschwarze Hose, feste Lederstiefel, kein Oberteil, keine Rüstung. Das rote lange Haar hatte er hoch am Hinterkopf zusammengebunden und es reichte fast bis zu Boden. Das schwere schwarze Schwert an seinem Gürtel machte seine Gestalt fast unheimlich. Er war einen Kopf größer als sie. Zwei grüne Augen sahen die junge Frau fast schon belustigt an. “Was willst du hier? Du hast kein Recht, dich über...” begann der Bruder, aber sie fiel ihm ins Wort. “Nein, kein Streit. Tragt eure Wut auf dem Schlachtfeld aus, nicht hier. Was willst du hier? So leicht mach ich es dir nicht, das solltest gerade du wissen.” sie hielt die beiden Streithähne auseinander. Der spöttische Blick wich einem ernsten: “Gib mir den Kristall und das alles wird unnötig. Du brauchst dein Volk nicht zu opfern. Eure Ansichten sind mir völlig unverständlich.” “Das muss ein Dämondiener gerade sagen. Überleg dir was du forderst. In deine Hände werde ich den Kristall niemals geben, du musst ihn mir schon aus meinen kalten toten Händen reißen.” ihre Hand glitt unbemerkt zum Schaft ihres Schwertes, bereit es jederzeit zu ziehen. Eine aggressive Stille lag kurz über den Anwesenden, die jeden zum sofortigen handeln anhielt, falls es nötig sein sollte. “Geh zurück.” sie gab ihrem Bruder eine harten Stoss mit ihrem Ellenbogen. Vollkommen entsetzt sah er sie an. Die Panik machte ihn fast Ungläubig das wirklich gehört zu haben: “Bist du des Wahnsinns Schwester? Meinst du ich...” “Das war keine Bitte. Geh! Sag unseren Leuten, sie sollen sich vorbereiten. Im Morgengrauen machen wir dieser Sache ein Ende.” schrie sie ihn an, öffnete ein Portal. Widerwillig folgte er ihrem Befehl. Als er das Portal passiert hatte, schloss sie es sofort. “Und nun zu uns. Hier und jetzt. Nur wir zwei. Wir machen diesem Streit jetzt ein Ende.” sie zog ihr Schwert und riss die Kette von ihrem Hals. Der schwarze Kristall daran hörte Augenblicklich auf zu glühen. Sie öffnete ein weiteres kleineres rotglühendes Portal, warf ihn hindurch und schloss es augenblicklich. “Na los, töte mich und du erfährst niemals wo er nun ist.” Schadenfreude machte sich in ihr breit, als sie die unbändige Wut in seinen Augen sah. “Verräterin, das wirst du mir büßen Schwester.” er wusste, wie sehr sie diese Worte verletzten und genau darauf hatte er spekuliert. “Wage es niemals wieder diese Worte auszusprechen. Dein Vater hat schuld an all dem und nenn mich nie wieder Schwester.” mit ihren letzten Worten zog sie erneut ihr Schwert, genauso wie er. Ein Kampf brach los. Die Schwerter krachten aufeinander, Metall schlug auf Metall. Angespornt von Hass und Wut wehrte sie sich gegen seine weit körperliche Überlegenheit. Er zwang sie in die Knie, förmlich spürte sie das kalte Metall an ihrem Hals. Mit einem Kraftaufgebot all ihrer Macht stieß sie ihn von sich. Ihr Atem ging schwer, Schweiß lief über ihre Stirn und allmählich verließ sie ihre Kraft. “Gib auf. Wenn du mich tötest, findest du den Kristall nie und wenn ich es tue,..” begann sie. “Du kannst mich nicht töten. Du stehst noch immer in meiner Schuld. Vergiss dein Geburtsrecht nicht.” verhöhnte er sie. Dieser kleine Moment reichte vollkommen aus, um sie zu verwirren. Sie ließ das Schwert sinken. Diese Chance nutzte er, zog die Klinge quer durch ihr Gesicht, bedacht sie nicht zu töten. Mit einem Schmerzensaufschrei ging sie zu Boden, Blut lief in Strömen aus der klaffenden tiefen Wunde über ihrem rechten Auge. Triumphierend sah er auf sie, steckte das Schwert ein: “Das ist nur eine Warnung. Lass dir das eine Lehre sein Ashandra.” Er kniete an ihrer Seite. Sah auf das Blut, das den Boden benetzte. Die Farbe des Blutes machte ihn allerdings stutzig. “Das kann nicht sein.” murmelte er nur und verschwand im Nichts. Sie nahm die Hand von der Wunde, sah auf die Stelle , wo er gerade noch stand und dann wurde alles um sie herum schwarz.

Wie viel Zeit vergangen war, das wusste sie nicht. Es war kalt geworden. Sie lag noch immer am Boden, aber in der Ruine. Jemand hatte sie mit einem Umhang zugedeckt. Verwirrt sah sich um. Sie schien allein zu sein. Es war Nacht, aber der Mond tauchte die Ebene vor ihr in ein helles Licht, als wäre es Tag. Ihre Augen scheuten das helle Licht vor ihr. Jeder einzelne ihrer Knochen schmerzte, jede Bewegung versprach Höllenqualen. Trotz allem kämpfte sie sich wieder auf die Beine. Steckte ihr Schwert wieder ein. “Verdammt, was ist passiert?” dachte sie nur, bis ihr der Kampf wieder in den Sinn kam. Sie fasste sich an den schmerzenden Kopf, der ihr in tausend Teile zerbrochen schien. Selbst die Berührung weckte erneut Schmerzen. Als ihre Hand feucht wurde war es ihr sofort klar, das er sie getroffen hatte. Dennoch verwundert sah sie darauf. Das Blut schien im Mondlicht fast schwarz. Ein Windhauch strich über die Ebene, aber für sie war es wie eine Erlösung, frische Luft atmen zu können. “Der Kampf hat stattgefunden. Bruder, warum hast du das zugelassen. Ihr solltet auf meinen Befehl warten. Ich hab es dir doch gesagt.” dachte sie traurig, als sie die ersten Leichen in der Umgebung der Ruine sah. Sie ging hinaus um das ganze Ausmaß der Zerstörung des Lebens zu sehen. Ihr stockte der Atem, als sie es sah. Feuer brannte an manchen Stellen. Tausende von Toten waren über der Ebene verstreut. Ein Friedhof des Krieges. Viele kannte sie, hatten unter ihrem Befehl gestanden, waren Freunde gewesen. Sie schluckte die Trauer herunter, die in ihr aufstieg. Das konnte sie sich jetzt nicht leisten, sie musste einen klaren Kopf bewahren. Kurz sah sie sich noch einmal um. Sie war allein, aber es lag etwas in der Luft, das ihr seltsam vorkam. Kein Duft, irgendetwas anderes. Aber was es war, das wusste sie nicht. Noch nicht. Mit Hilfe ihrer magischen Seite nahm sie etwas ihrer Schmerzen von sich. Allmählich fasste sie klare Gedanken. Erleichtert atmete sie auf. Es war wie eine Erlösung. Verderben lag über diesem Land, das spürte sie. Und eine Macht, lag in der Luft, die sie schon ewig nicht mehr gespürt hatte. “Nein, es darf noch nicht beginnen. Es ist noch viel zu früh.” panisch suchte sie nach der Quelle der Macht, ließ ihre Magie frei über die Umgebung streifen, doch fand sie nicht. “Es hat also tatsächlich begonnen.” ein alter Bekannter gesellte sich zu ihr, der ebenfalls diese Macht gespürt hatte. Er saß auf der Spitze der Ruine. Er, der ihr die Verletzung zugefügt hatte. Aber es herrschte kein Zorn mehr zwischen ihnen. “Ja.” ,war alles was sie erwiderte, bevor ihr Blick über das Schlachtfeld voller Tote wanderte, “Du hast es nicht verhindert. Warum? Sag mir einfach nur warum?” Er sprang von der Spitze der Ruine hinunter an ihre Seite. “Deine Leute haben angegriffen, nicht meine. Gib mir nicht die Schuld. Wir haben uns nur verteidigt.” ein seltsames Lächeln glitt über seine Lippen. “Hätte ich mir denken können. Ich habe die Prophezeiung zu früh ausgelöst. Es läuft alles aus den Bahnen. Was tun wir jetzt? Es betrifft immerhin uns beide.” Ein Sturm kam auf, dunkle Wolken zogen am Himmelszelt auf. “Wir warten. Was anderes können wir nicht tun. Sie müsste noch ein Kind sein. Ein Kind mit einer großen Aufgabe, das kann nicht gut gehen. Wir sehen uns wieder. Übrigens, das kleine Andenken von mir wird dir wohl bleiben.” mit einem Grinsen verschwand er in einer Flamme aus Feuer. Schützend hielt Ashandra ihren Arm vor ihr Gesicht. “Ich hasse es wenn er das tut.” ,murmelte sie in sich hinein und verließ die Ebene, in der Hoffnung, sie nie wieder betreten zu müssen, “Ruht in Frieden. Euer Tod soll nicht umsonst gewesen sein. Das schwöre ich euch.” Entschlossenen Gesichtes ging sie den Hügel hinauf, die ihr Lager von der Ebene trennte. Die Wunde in ihrem Gesicht brannte wie Feuer auf der Haut. Sie tat einen letzten Blick zurück. “Ich hoffe, ich habe das Richtige getan. Gotan, Herr der Zeiten, lass das Schicksal seinen Lauf nehmen. Ich bin bereit dazu.” nach diesen Worten stand sie still auf dem Hügel, bevor sie nach Hause ging.


---Jetzt---

Alles um sie herum war schwarz, gehüllt in Dunkelheit. Es waren nur Kriegsgeschrei, das Klirren von Metallwaffen und einige Schüsse zu hören. Gehetzt sah sich das Mädchen um, die Quelle der Geräusche suchend. Verzweifelt presste sie die Hände an ihre Ohren und sank zu Boden. Dann war es wieder da. Die seltsam vermummte Gestalt, gehüllt in einen Umhang mit Kapuze, der die selbe Farbe wie die ewige Dunkelheit zu haben schien. Eisige leuchtende blaue Augen schienen in ihre Seele zu blicken, jeden Gedanken von ihr freizulegen. Sie versuchte wegzulaufen, aber es gelang ihr einfach nicht. Sie war stand einfach da, ihre Beine gehorchten ihr nicht mehr. Ihre Angst tief in ihr tobte. Langsam ging die Gestalt auf sie zu. Der Umhang schleifte über den Boden, schwere Schritte halten in der Dunkelheit. Dann fasste er mit einer in schwarzem Leder gehüllten Hand nach ihrem Arm und ............

Sie erwachte schreiend. “Schätzchen, alles in Ordnung? Hattest du schon wieder diesen Alptraum?” ihre Mutter betrat das Zimmer, riss die Vorhänge zur Seite. Sonnenschein strahlte durch die frisch geputzten Fenster. Lärm einer nahen Straße tönte durch das Zimmer voller Poster von Stars aus Film und Fernsehen. Wie immer herrschte ein vollkommenes Chaos in diesem Teil der Wohnung. Kleidung und Papiere verdeckten fast den gesamten Boden, das die Mutter fast schon Akrobatisch über den Boden laufen musste. “Mam, du sollst mich doch nicht... Wie spät ist es?” verschlafen setzte sie sich auf. “Halb neun, warum fragst du?” verwundert öffnete sie das “Was?!? Ich komm zu spät zur Schule!” wie ein geölter Blitz sprang sie aus dem Bett und rannte ins Bad. “Teenager. Die versteht keiner.” dachte die Mutter schmunzelnd und begann das Chaos zu beseitigen.

Sie, damit ist Ashra Winternight gemeint. Sie war gerade sechzehn Jahre alt geworden. Das lüftlange schwarze Haar hing immer glatt über ihre Schultern und die hellblauen Augen hatten immer ein Lächeln übrig für jeden. Sie trug fast nur schwarze Kleidung. Sie wusste selbst nicht warum, aber sie fühlte sich wohl darin. Kurz: Ein ganz normaler Teenager aus einen kleinen Vorort von Chicago. Normal? Nun ja, vielleicht nicht ganz. Seit ihrem zehnten Geburtstag hatte sie schon diese Träume, jede Nacht von neuem. Nicht eine Nacht verließ dieser Traum sie. Sie spürte, irgendetwas hatte das zu bedeuten, aber sie wusste nicht was und es war ihr auch letztenendes völlig egal.

Ash, hier sind wir!” ihre Freundin Samantha winkte ihr zu, als sie hustend und verschwitzt auf dem Schulhof ankam. “Hey du. Sorry, meine Mam hat mich viel zu spät geweckt, kennst sie ja. Gib mir mal n Kaugummi.” sie ließ sich neben ihre Freundin auf die Bank plumpsen, wie ein nasser Sack. Es war gerade neun Uhr, sie hatte “nur” zwei satte Unterrichtsstunden verpasst. “Und, ist McCarthy ausgerastet, weil ich nicht da war?” sie legte den Rucksack zur Seite. “Kennst ihn doch. Klar! Meinte nur, die Alpträumerin hat es auch nicht mehr nötig zur Schule zur kommen. Komm schon, nimm es dir nicht so zu Herzen. Du weißt doch, das sich alle darüber lustig machen.” sie versuchte ihr Freundin aufzumuntern, jedoch vergebens. Ashra war stocksauer: “Meinst du etwa mir macht das Spaß jede Nacht diesem schwarzen Etwas gegenüber zu stehen? Ich weiß ja nicht mal, was es ist, wer das ist. Ich will das auch nicht mehr träumen. Sechs lange Jahre träum ich nun von diesem Ding und keiner kann mir helfen. Keiner!” Sie sprang auf, schmiss ihren Rucksack auf ihren Rücken und ging. Tränen schossen ihr in die Augen. Immer wieder musste sie so etwas durchmachen. Niemand nahm sie ernst, alle lachten über sie. Alles nur wegen einem lächerlichen Traum, der sie verfolgte. Zu Tausenden von Ärzten, Psychiatern, und Naturheilern hatte ihre Mutter sie bisher geschleift, bisher jedenfalls ohne jeden Erfolg. “Ich bin echt verflucht.” dachte sie noch, dann kam es wie eine eiskalte Welle über sie. Mitten im Lauf blieb sie stehen. Mit einem Mal war die Welt um sie herum nur noch ein Schein von dem was sie einmal für sie war. Nichts schien mehr wirklich. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Das Blut schien in ihren Adern zu stocken. Dann schien alles um sie herum zu zerbrechen wie eine Spiegelwelt.

Die Welt um sie herum brach in Millionen Scherben. Ein eisige Kälte kam auf. Sie stand mitten in der Dunkelheit, mitten im Nichts. Dann war es wieder da. Dieses schwarzes Etwas, diese dunkle Gestalt. Angstschauer machten sich in Ashra breit. Kurz schaute er sie an. “Armselig. Ich hätte mehr von der Wächterin erwartet.” seine Stimme war tief und warm. Verdutzt sah sie sich um: “Haben sie mit mir gesprochen?” “Siehst du hier noch jemand anderes? Ich bin also nur ein Alptraum Ashra. Glaubst du das wirklich? Denk mal etwas nach.” er verschwand in der Dunkelheit. “Wer zum Teufel sind sie? Was meinen sie mit Wächterin? Ey, hast du irgendwie n Sprung in der Schüssel?” dachte sie noch, doch dann riss sie jemand aus der Traumwelt.

Hey, komm wieder zu dir.” Samantha kniete neben ihr, der Rest der Schüler auf dem Schulhof stand um sie herum. Blinzelnd machte sie die Augen wieder auf. Ihr war es mehr als peinlich so angesehen zu werden. Blut schoss in ihre Wangen und ließ sie hochrot werden. “Was ist denn los?” sie stand auf und klopfte sich den Schmutz vom Hosenboden. “Du wolltest zum Klo und bist plötzlich umgekippt wie ein Stein. Hast irgendwas gemurmelt. Hat keiner verstanden. Bist du okay? Brauchst du nen Arzt?” Samantha sah sie besorgt an. “Nein, alles in Ordnung.” meinte sie nur. “Du bist echt n Freak Ashra.” einer ihrer Mitschüler schüttelte verständnislos den Kopf. “Lass sie in Ruhe Fred.” zischte Samantha ihn an.

Er hat mit mir gesprochen Mam. In meinem Traum.... Nein.... Nein... Nach sechs Jahren spricht er mit mir.... Nein ich bilde mir das nicht ein... Er sprach von mir als Wächterin... Ja Mam... Wie ich soll zu Oma fahren nach der Schule... Ja... Ja... Ist gut Mam... Tschüß.” sie legte auf und steckte ihr Handy wieder ein. “Und, was sagt ihre Mutter Miss Winternight?” wie aus dem nichts stand plötzlich ihr Lehrer McCarthy vor ihr. “Erschrecken sie mich nicht so! Geht sie nen feuchten Dreck an.” sie wollte an ihm vorbeigehen, als er sie am Arm packte. “So nicht Miss Winternight. Ich kann ihre Fehlstunden nicht mehr ignorieren...” weiter kam er nicht. Er sah sie nur noch voller Furcht an. Ashra verstand nicht was los war, bis sie den geisterhaften Wolf neben sich sah. Er fletschte die Zähne, bereit auf alles und jeden zu stürzen wenn nötig. “Sehen sie den auch?” fragte sie ihn verwirrt. Er nickte nur und ließ sie los:” Darüber wird kein Wort verloren.” Er ging den Flur hinunter, würdigte sie keinen Blickes mehr. Sie sah zur Seite, doch das Tier war verschwunden. “Was zum Teufel ist hier los?” dachte sie nur und widmete sich wieder ihrem Schrank. Dann ging es plötzlich wieder los, der eisige Schauer, der sie wieder in die Dunkelheit zog.

Er stand ihr gegenüber. Diesmal war er keine schwarze Gestalt. Ein Mann, knapp zwei Meter groß schätze Ashra, aber zierlich gebaut. Er trug Kleidung, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Das sehr lange schwarze Haar hatte er zum Zopf gebunden, dass erkannte sie, aber das Gesicht war hinter eine Kapuze verborgen. “Wer sind sie? Was wollen sie von mir?” fragte sie nur. “Jemand, der dir nichts böses will. Du trägst etwas in dir, das uns verbindet. Sonst könnte ich nicht hier sein.” es hatte den Anschein, als wenn er sie betrachtete. Genau konnte sie es nicht sagen, aber sie hatte das unangenehme Gefühl beobachtet zu werden und das war ihr mehr als unerträglich. Er ging einige Schritte auf sie zu. “Ich verstehe nicht.” sie entzog sich seiner Nähe, die er geschaffen hatte. “Ich verstehe das alles nicht. Warum gerade ich. Warum? Alle halten mich für verrückt. Was findet ihr Traum..... irgendwas an mir? ihr Mein Gott, ich rede mit einem... Ich weiß auch nicht.” Amüsiert lachte er in sich hinein, das war ihr mehr als klar. “Deine Alpträume Ashra sind meine Erinnerungen. Du bist es, die in der Nacht in meine Träume eindringt.” von einer Sekunde auf die andere ballte er unruhig die Hand zur Faust. Sie sah ein Schwert an seinem Gürtel aufblitzen. “Was ist los?” sie berührte seine Hand und bereute es gleich wieder. Tausende von Bildern stürzten über sie herein. Bilder, die Krieg beschrieben, einen unendlichen Schmerz tief in ihm, Tod, Zerstörung, Chaos. Ein heilloses Durcheinander an Gefühlen und Bildern kam hinterher. Er jedoch schien es nicht bemerkt zu haben: “Wir sind nicht allein.” “Wie, nicht allein. Hörn sie mal, ich verstehe nur noch Bahnhof. Was wollen sie von mir?” sie sah ihn an und zum ersten Mal sah sie ihm in die eisigblauen leuchtenden Augen. Der Schreck saß tief, doch merkwürdiger Weise war er sofort wieder verschwunden und machte einem Gefühl der tiefen Vertrautheit platz. “Geh. Vertrau mir. Es ist zur Zeit einfach nicht sicher.” mit den letzten Worten verschwand er plötzlich. “Ja, super! Und wie komme ich wieder in die Schule? Hast du daran mal gedacht? Aufwachen Ashra!” genervt sah sie in die Dunkelheit. All ihre Angst war verschwunden. An deren Stelle machte sich ein tiefes Etwas breit, was sie einfach nicht beschreiben konnte. Allerdings war sie sich sicher, das sie ihre Schule vorerst nicht so schnell wiedersehen würde. Es bahnte sich etwas an, etwas großes, das spürte sie, aber was es war, das wusste sie nicht, noch nicht und eigentlich wollte sie es auch nicht wissen. Nervös umklammerte sie den Kristall an ihrer Kette, den ihr ihre Großmutter vor ewigen Zeiten einmal geschenkt hatte. “Oh man, ich bin echt ein totaler Freak, da habt ihr ausnahmsweise mal recht Leute.” flüsterte sie leise.


---Woanders---

Verflucht noch einmal, bei allen Göttern dieser Welt! Nuron, bist du bescheuert? Weißt du eigentlich mit wem du ich da anlegst Bruder?” wie von wilden Stieren getrieben rannte die junge Kriegerin zu dem Anführer ihrer Einheit. Die hellblauen Augen sprühten förmlich vor Zorn. “Was willst du denn dagegen tun? Es ist immer noch meine Angelegenheit oder irre ich mich da so sehr?” der junge Mann nahm das Schwert vom Tisch und wollte gehen. Sie stellte sich ihm in den Weg: “Die töten dich bevor du bis zur Hauptstadt kommst. Schlag dir das endlich aus dem Kopf. Das ist Selbstmord, was du da tust. Ich bitte dich kein zweites Mal.” Alles, was sie dafür kassierte, war ein harter Schlag ins Gesicht. Ihr Kopf floh zur Seite. Warmes Blut lief über ihre Lippen. Ohne einen Anzeichen von Schmerz drehte sie den Kopf zurück, wischte sich mit dem Handrücken das Blut weg. Eisern sah sie ihm in die Augen: ”Geh nicht. Die werden dich ohne mit der Wimper zu zucken töten. Ich habe gesehen, was die tun, ohne Reue, mit voller Überzeugung. Das sind wilde Tiere, keine Lebewesen.” Sie nahm ihren Umhang ab und setzte sich. “Entschuldige mal bitte, aber die Warnung kann ich nun wirklich nicht ernst nehmen.” er ging, ohne sich nicht einmal umzudrehen. “Warum lässt du ihn gehen?” ein Freund kam zu ihr und sah sie ernst an. “Weil ich weiß, dass das niemals gut gehen wird. Du wirst es ja wohl so gut wie ich wissen. Er lässt sich nichts ausreden. Lass ihn gehen. Wenn er wieder da ist, werden sie ihn wieder zusammenflicken müssen. Kennt man schon nicht mehr anders.” sie stand auf, wischte sich erneut das Blut aus dem Gesicht. “Das war er oder?” er reichte ihr ein Tuch. “Ja, aber ich werde überleben.” entgegnete sie nur sarkastisch. “Ashandra, pass bitte auf dich auf.” er hielt sie einen Moment auf. “Das werde ich. Du hast mein Wort.” ,ein Lächeln huschte über ihre Lippen, “Bewahr das für mich auf und gib es meiner Tochter, falls ich nicht zurückkehre.” “Du willst doch nicht etwa...” er nahm den Kristall, den sie ihm reichte. “Ich muss. Und du weißt warum. Lebe wohl Korell, mein alter Freund.” mit den letzten Worten verschwand sie in einem gleißenden Licht. “Ich habe immer gehofft, dass dieser Tag nie kommen würde.” flüsterte er in sich hinein. Der schwarze Kristall in seiner Hand war eiskalt, dennoch glühte er in seinem inneren Kern.


---Jetzt---

So hab ich früher auch gedacht. Aber er ist zwischendurch ein Arsch. Wirst du schneller bemerken als dir lieb ist. Willkommen in unserer Welt Ashra.” eine junge Frau kam auf sie zu, in einer merkwürdigen Kampfrüstung, die Ashra nur aus altem Ritterfilmen kannte. Eine seltsame Übereinstimmung mit ihrer Großmutter fiel Ashra auf. Die Frau hätte ihre Großmutter als sie 20 war sein können, so ähnlich sah sie aus.

Oh man, und wer sind sie nun bitte wieder? Hallo, ich glaube ich wird irre im Oberstübchen.” Ashra war genervt. Sie hatte schon längst keine Lust mehr auf diese Spielchen. “Nein, das glaube ich weniger.” ,die junge Frau zeigte in eine Richtung, aus der Licht schimmerte, “Geh dort entlang. Man erwartet dich bereits.” “Ja, die Männer von der Irrenanstalt.” murmelte sie. “Die Männer von was? Ich verstehe dich nicht.” die Gestalt begann zu verblassen. Ashra bemerkte es nicht einmal: “Nicht wichtig. Vergessen sie es Lady. Oh man, Mam wird mich killen.” Sie ging einfach weiter, drehte sich nicht mehr um. Das Licht kam näher, schien ein Tor zu sein, das aus der Dunkelheit hinaus führte. Was dahinter war, konnte sie nicht sehen. Sie wollte nur noch aus dieser Welt aus Dunkelheit hinaus. Inzwischen war ihr alles recht egal. Denn eins war ihr Bewusst: Schlimmer als jetzt konnte es ja nicht mehr werden.

Das Tor schien tatsächlich aus Licht zu bestehen, bemerkte sie als sie davor stand. Erfürchte nahm sie ihren Rucksack ab und berührte das Licht. Warm und trocken legte es sich um ihre Hand. “Dann wollen wir mal schauen, was auf uns zu kommt.” dachte sie nur, schulterte ihren Rucksack wieder richtig und schritt durch das Tor, bereit für alles, was sie erwarteten würde. Aber was sie tatsächlich erleben würde konnte sie nicht erwarten und so begegnete Ashra Winternight einer Welt, die alles änderte, was ihr jemals wichtig war und die sie niemals vergessen würde.



Kapitel Zwei:

Begegnungen

Sie hatte ihren Sinn für Zeit und Raum fasst schon verloren, als sie auf der anderen Seite aus dem Licht trat. Ihr war schwindelig und der Kopf schmerzte. Sie sah sich um. Wald war um sie herum und sie stand auf einem Feldweg. Hell leuchtete die Sonne am Himmelszelt und einige wenige Wolken zogen vorbei. “Na super. Und was jetzt? Hallo? Jemand hier? Ich brauch ne Landkarte.” sie drehte sich um und wollte gehen, als sie vollends in jemanden hineinlief. Mit Schwung fiel sie auf ihren Hintern. Verwirrt sah sie auf und erschrak: “Oh nein, nicht du schon wieder!” Es war die vermummte Gestalt, die jetzt vor ihr stand und ihr aufhelfen wollte. Im Moment des Schreckens sah Ashra die ausgestreckte Hand nicht und trat zu. Der Tritt traf seinen Oberschenkel und mit einem leisen Fluch ging er beinahe zu Boden. “Ich habe dir gesagt, du sollst die Kapuze abnehmen. Du erschreckst das Mädchen zu Tode.” die junge Frau, die ihr den Weg gewiesen hatte kam aus dem Wald zu ihr und half ihr auf. “Ist ja gut. Eins muss ich dir lassen, du hast Kraft in den Beinen.” die Gestalt kam humpelnd wieder auf die Beine und nahm den Umhangt und die Kapuze ab. Langes rotblondes Haar fiel über seine Schultern und hellblaue Augen sahen sie ein wenig verärgert an. Erst bei genauerem hinsehen stutzte Ashra. Lange spitze Ohren schauten aus dem Haar. ”Halt! Sekunde, Auszeit! Ich habe mal in Märchenbüchern gelesen, dass es Elfen gibt, aber in ....” ,sie hielt inne, “Okay, ich sag nichts mehr. Irgendwie ist heut echt nicht mein Tag.” “Hochelf. Ich bin ein Hochelf. Vergleich mich bitte nicht mit diesen hochnäsigen Nachtelfen!” er schaute zu der jungen Frau, die ihm ein unmissverständliches Zeichen gab, ruhig zu bleiben. “Entschuldige Berun bitte. Er reagiert auf manche Dinge ein wenig zu empfindlich.” die Schärfe in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Berun wollte etwas sagen, öffnete den Mund, aber als die junge Frau ihn mit einem seltsamen Blick ansah, schüttelte er nur den Kopf und sagte nichts mehr. Ashra nutzte die Gelegenheit und sah sich den jung erscheinenden Hochelf, wie er sich selbst bezeichnete, genauer an. Er war recht groß, jedoch zierlich von seiner Gestalt. Er trug ein dunkelblaues Gewand, eine schwarze Lederhose und feste dunkle Lederstiefel. Am Gürtel hing ein silbernes kurzes Schwert und auf dem Rücken steckte im Köcher ein Bogen. Seine Haut war unheimlich blass fiel Ashra auf. Trotz der Umstände fand sie den Elf mit den feinen Gesichtszügen vertrauenswürdig. “Hey, wegen mir braucht ihr euch nicht die Köpfe einschlagen.“ sie ging zwischen die beiden. “Bevor wir uns die Köpfe einschlagen, muss mehr passieren. Dafür haben wir zusammen zuviel durch gemacht.” ein amüsiertes Lachen war von Berun zu hören. “So etwas passiert zwischen dem Langohr und mir ständig. Denk dir nichts dabei. Ich bin Ashandra Winternight vom Clan der Chrystalknight.” die junge Frau nahm die Rüstung ab. Sie war groß und schlank, an die 1,80m schätzte Ashra. Sie trug braune Lederkleidung mit schwarzen Verzierungen, feste hohe Stiefel und trug ein silberfarbenes Schwert an ihrem Gürtel. Eine breite Narbe zierte ihr sonst makelloses Gesicht. Sie begann über dem rechten Auge auf der Stirn am Haaransatz und endete kurz vor ihrem Kinn. Das rechte Auge schien blind zu sein, war trübgrau. Schwarzes Haar umspielte ihr Gesicht mit dem gesundem stechend blauen Auge. Der blaue Umhang reichte bis zu Boden. “Ist was?” riss sie Ashra aus den Gedanken. “Nein, nur sie heißen wie ich und irgendwoher kommen sie mir verdammt bekannt vor.” sie überlegte laut. Ashandra sagte nichts darauf. Schweigend sah sie ihr kurz in die Augen: “Wir sollten gehen. Ich mache mir Sorgen, dass wir unliebsamen Besuch bekommen.” Sie drehte sich ohne ein weiteres Wort um und ging. “Ist die immer so schwierig?” fragte Ashra ein wenig verwundert Berun. “Leider ja. Nun komm, folgen wir ihr, sonst bekommt sie noch richtig schlechte Laune.

Ashandra war alles andere als wohl bei dem Gedanken an das Kommende. Ihre Sorge um das Mädchen steigerte sich in das unermessliche. “Sie ist noch so jung. Sie wird es niemals verstehen.” dachte sie. Ein kurzer Blick in den Himmel verriet ihr, das ein Unwetter aufzog. Der Elf kümmerte sich liebevoll um das Mädchen, das hatte sie sofort bemerkt, als sie sich auf den Weg gemacht hatten, aber ob ihr Clan genauso handelte, da war sie sich nicht sicher. “Wir werden es sehen.” seufzte sie und machte sich auf den Weg in die Stadt ???.


---Anderswo----

Lord Hellslight? Das Portal wurde vor kurzem geöffnet und sofort wieder geschlossen. Ich sollte Euch in diesem Falle unterrichten.” der Diener blieb kniend vor der Erhöhung inmitten des dunklen Raumes. “Ich habe es nicht vergessen. Geht! Lasst mich allein!” er stand auf. Der Diener und zwei Wachen in dunklen Metallrüstungen gingen. “Ich hätte es wissen müssen.” murmelte er. Noch immer trug er die selbe Kleidung wie im Kampf gegen Ashandra. Er ging zu dem einzigen kleinen Fenster im dunklen schmucklosen Raum. Kein Wandschmuck zierte die kahlen Steinwände. Die einzigen Möbel waren ein Stuhl auf einer Erhöhung und ein kleiner Tisch auf dem sein schwarzes Schwert lag. “Ich dachte sie scherzt, als sie meinte, die Prophezeiung ausgelöst zu haben. Sie müsste noch ein halbes Kind sein, ein gefundenes Opfer für meine Leute. Es ist zu leicht, viel zu leicht. Es kann einfach nicht sein. Die Geschichte erzählt seltsame Dinge, aber... Rokarn wird es ebenfalls bemerkt haben und ihm wird es nicht gefallen. Ich sollte Ashandra einen kleinen Besuch abstatten.” dachte er, bevor in einer Flamme verschwand.


---am Ziel---

Und ich dachte Chicago ist riesig!” verwundert sah sich Ashra um. Die Stadt war riesig, erinnerte sie an die Städte aus ihren Geschichtsbüchern, als sie das Mittelalter durchgenommen hatten. Das sie hier allerdings an fast jeder Ecke Elfen und anderen seltsamen Gestalten sah, war sehr seltsam für ihre Denkweise. Als sie in eine schwarzhaarige Elfe mit dunkler Haut und in einer merkwürdigen Metallrüstung hineinlief, zog sie Berun sofort zur Seite: “Pass auf die Dunkel- und Nachtelfen auf. Keine liebenswürdigen Zeitgenossen kann ich dir sagen.” “Für mich ist das alles hier so seltsam. Hier sieht es aus, wie bei mir zur Zeit des finstersten Mittelalters, wo Hexen verbrannt wurden.” verwirrt sah sie auf die Dunkelelfe, die Berun grinsend ansah. “Sei gegrüßt Berun Fireheart. Wir haben uns lange nicht gesehen. Gibst du dich noch immer mit den Menschen ab?” ihre Gehässigkeit war nicht zu überhören, genauso wenig war ihr abschätzender Gesichtsausdruck zu übersehen, der eindeutig Ashra gewidmet war. “Das tue ich noch immer. Jalinda Spellforce, dein Volk wäre sicher nicht begeistert, wenn es dich hier vorfindet.” Beruns Hand wanderte zum Schwert an seinem Gürtel. Ashra spürte förmlich den Hass zwischen den beiden Elfen. “Lass es stecken. Ich will ganz sicher nicht in den Kerker, nur weil du mich provozieren musstest. Lebt wohl.” sie ging ohne ein weiteres Wort. “Entschuldigen sie diese blöde Frage, aber müsst ihr euch immer gleich an den Hals gehen, nur weil...” begann sie den Satz. Sie kam wieder nicht dazu ihn zu Ende zu bringen. Er fiel ihr mitten ins Wort: “Mischt dich nicht in Dinge ein die du nicht verstehst und wenn ich noch einmal diese verfluchte Wort sie höre, dreh ich dir den Hals um, mit meinen eigenen Händen Ashra.” Er war stinksauer, das war ihr klar. Ohne ein weiteres Wort zu wechseln ging sie hinter ihm her.

Es begann zu regnen. Eiskalter Regen platschte auf die trockenen Straßen der Stadt und innerhalb kürzester Zeit waren die Straßen leer. Keine Seele war mehr zu sehen. Erst jetzt sahen Ashra und Berun wie sich Ashandra vor ihnen mit einem Mann stritt. Das Schwert hatten beide gezogen. “Jarvin Hellslight. Verflucht!” Berun zog ebenfalls sein Schwert und wollte zu Ashandra, als Ashra ihn zurückhielt.

Es passierte, als sie ihn sah. Der Kristall an ihrer Brust begann zu glühen, sie hörte das Heulen von Wölfen und ein wärmendes Licht umgab sie. Ihr Kopf war leer, nicht ein Gedanke dort noch. Es war ein Gefühl von Frieden, der ihren Körper umgab, sie auflöste und als ein anderes Wesen wieder freigab. Da waren sie wieder. Zwei Wölfe, Nachtschwarz, aber fast durchsichtig scheinend. Heulend und knurrend schlichen sie um Ashras Beine, schützten sie. Jarvin sah auf. Die grünen Augen vor Schreck geweitet stolperte er einige Schritte zurück und verschwand in einer Flamme aus Feuer. Mit einem Mal fühlte sich Ashra müde und erschöpft, fiel auf die Knie, in den Schlamm der Straße. Die seltsame Verwandlung fand ihr Ende. Die Geisterwesen verschwanden, das Licht erlosch. Das letzte, was Ashra sah, waren Beruns sorgenvolle Augen, der neben ihr kniete.


---Anderswo---

Jarvin war mehr als erschreckt, als er die Verwandlung der jungen Frau gesehen hatte. Mit allem hätte er gerechnet, nur nicht das Ashandra recht behalten sollte. Sein Kopf schmerzte noch immer. Die Kraft der unbekannten Magie hatte ihn völlig unvorbereitet getroffen, war tief in seine eigene magische Seite eingedrungen und hatte schmerzliche Erinnerungen wieder aufleben lassen. Er hatte nichts tun können, keine Wehr zeigen können. All seine Schutzwälle um ihn waren eingebrochen nach den wenigen Sekunden. Die Legenden sagten viel, aber nichts über diese Macht die dem Wächter innewohnte.

 

---- Work in Progress----




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